Neben dem Comicmarkt hat sich in Japan eine grosse Amateurzeichnerszene entwickelt. Die doujinshi, wie die selbstgezeichneten manga, manga-inspirierten Romane oder gar Videospiele heissen, werden meist von einem "Zirkel" von gleichgesinnten Amateuren in Zusammenarbeit erschaffen und herausgegeben. Heute soll es über 50'000 solcher doujinshi-Zirkel in Japan geben.

Die Themen erstrecken sich weit über Originalarbeiten bis zu Parodien oder hinzuerfundene Episoden von populären anime- oder manga-Serien, ermöglicht durch das locker gehabte Urheberrecht in Japan.

Die doujinshi-Subkultur hat sich zu einem eigenen Markt entwickelt. In kleinen Stückzahlen, von 100 bis zu 6000 Exemplaren, geben die Zeichner ihre Werke heraus und dies in einer Qualität, die an die Mainstream-manga-Industrie heranreicht. An riesigen Treffen, den sogenannten komiketto, werden diese zum Verkauf angeboten, einem Forum der direkten, unbefangenen Kommunikation zwischen Lesern und Schöpfern, losgelöst von den Zwängen und dem Druck des Kommerz.32

Im deutschsprachigen Raum wächst seit kurzer Zeit auch eine der japanischen doujinshi-Subkultur verwandten Szene heran, in der Amateurzeichner ihre stark vom manga beeinflussten Comics und Illustrationen untereinander austauschen. Aus dieser Szene sollen nun zwei Vertreter kurz vorgestellt werden.

CLAUDIA KOLLHOFF

HANNI WOLF

MangakaClaudia Kollhoff